Corona - rechtliche Einordnung

 

Reiserücktritt und Absage von Veranstaltungen

Können Reisen nicht wahrgenommen und Veranstaltungen nicht durchgeführt werden, stellt sich die Frage nach dem Versicherungsschutz durch Reiserücktritts- oder Veranstaltungsausfallversicherungen.

Verfasserin: Anja Weber (Potsdam)
weiterer Ansprechpartner: Dr. Florian Dallwig (Hamm / Münster)

 

Reiserücktrittsversicherung

Die WHO hat mittlerweile offiziell den Pandemie-Status für Covid-19 ausgerufen. Damit besteht für Reiseversicherungen grundsätzlich kein Versicherungsschutz mehr, sofern man aufgrund einer Covid-19-Erkrankung die Reise nicht antreten kann. In den Vertragsbedingungen ist zumeist explizit aufgeführt, dass „Schäden, Erkrankungen und Tod infolge einer Pandemie“ nicht versichert sind. Bei ausgesprochenen Reisewarnungen oder Stornierung einer Reise aufgrund von Befürchtungen, sich anzustecken, besteht leider ebenfalls kein Versicherungsschutz.

 

Absage von Veranstaltungen

Wenn eine Veranstaltung wegen behördlicher Auflagen abgesagt werden muss, greift grundsätzlich die Veranstaltungsausfallversicherung. Diese leistet u.a. bei wetterbedingten Ausfällen, Ausfall wegen Streik oder Krankheit eines Künstlers. Sofern in den Versicherungsbedingungen der „Ausfall wegen behördlicher Anordnungen“ enthalten ist, dürfte die Versicherung auch bei Covid-19-bedingten Ausfällen greifen. Möglich sind jedoch geregelte Ausschlusstatbestände, wie „Seuchen und Epidemien“. Sofern ein Versicherer die Regulierung verweigert, z.B. auch mit dem Hinweis auf „Gefahrerhöhung“, ist anwaltlicher Rat unerlässlich.